Ikigami – Der Todesbote (Manga)

Ikigami – Der Todesbote (Manga)
Kengo Fujimoto überbringt sogenannte Ikigamis – Todesnachrichten. (Quelle: Carlsen Manga)

Ikigami heißt auf Deutsch so viel wie Todesbrief oder freier übersetzt Todesnachricht. Das abgeschlossenen Manga (zehn Bände) des Zeichners Motorō Mase handelt von Fujimoto, einem Überbringer dieser Ikigamis. Ikigami spielt in einer dystopische Welt, in der ein spezielles Gesetz für Sicherheit und Wirtschaftswachstum sorgen soll: Das „Gesetz für Fortschritt und Wohlstand“ kurz GFW.

Das GFW soll dafür sorgen, dass alle Bürger friedlich miteinander umgehen, weil sie das Leben als kostbares Gut schätzen. Um das zu erreichen muss jeder 1.000. Bürger sterben! Dafür wird bei der Einschulung allen Kindern eine Nanokapsel gespritzt. Jede 1.000. Kapsel enthält ein tödliches Gift, das jedoch erst zwischen dem 18. und 24. Lebensjahr freigesetzt wird.

Ikigami – Nur noch 24 Stunden zu leben

Jeder Todeskanditat wird 24 Stunden vor seinem Tod per Ikigami informiert. Kengo Fujimoto, der Protogonist dieses Mangas, ist ein Ikigami-Bote. Er muss die betroffenen Menschen rechtzeitig über ihren anstehenden Tod informieren.

Die in Episoden angelegte Geschichte vermittelt recht eindrucksvoll die Schicksale der Todeskandidaten. Das liegt am teilweise sehr eindringlichen Zeichenstil – Nah- und Detailaufnahmen der Figuren –, mit dem Motorō Mase sehr viele Emotionen aber auch sehr viele Nähe zu den einzelnen Figuren vermittelt. Jede dieser schicksalhaften Charaktere geht anders mit seiner Situation und mit seinem letzten Tag um. Mase kreierte hierfür durchaus nachvollziehbare Reaktionen: von Trauer bis Wut, von Rache bis zur Erfüllung eines Traumes.

Surreale Welt und so reale Gefühle

Ikigami erzeugt die Atmosphäre einer fremden, gar surrealen Welt. Denn dieses Gesetz erscheint dem Leser so unglaublich abnormal, dass man nicht glauben möchte, dass es nur eine Perspektive geben kann, aus der das Sinn ergibt. Gleichwohl zeigt uns die Coronavirus-Pandemie gerade, wie schnell absurde Gesetze verabschiedet werden. Bei Ikigami stehen im Gegensatz zu dieser dystopischen Welt die Figuren. Sie werden plötzlich aus ihrem Leben gerissen und reagieren auf so eine realistisch-menschliche Weise darauf, dass man oft mitfühlen kann.

Parallel zu den Episoden gewinnt der Staat, das GFW und die Auswirkungen auf die Gesellschaft immer mehr an Kontur. Zudem haben die Aufträge Einfluss auf Fujimoto. Denn als Neuling in diesem Job arbeitet er die Fälle nicht einfach stumpf ab. Jeder einzelne Fall und die Art und Weise wie die Figuren mit ihren Schicksal umgehen, beschäftigen den jungen Beamten.

Fazit

Das Manga ist eine Empfehlung aus Hermkes Romanboutique: Der Hinweis auf ein überraschendes Endes hat mich überzeugt. Und ja, das Ende ist überraschend und war so nicht abzusehen. Die Geschichte ist empfehlenswert und sie ist abgeschlossen, was ich sehr gut finde. Erschienen ist Ikigami in zehn Bänden im Jahr 2015 im Verlag Carlsen Manga. Die elektronischen Ausgaben kosten 5,99 Euro; die gedruckten 7,95 Euro (1-9) bzw. 8,95 Euro (10)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*